
Wasn & Wunderwaffel

Wasn & Wunderwaffel
Biografía
Wenn sich allen Widerständen zum Trotz zwei zur gleichen Zeit an ganz
unterschiedlichen Orten kennenlernen und sich trotzdem treffen: dann geht
nichts mehr und alles kann. So geschehen 2011, als sich die Herren Wasn &
Wunderwaffel begegneten und das Raum-Zeit-Kontinuum links neben dem
Kamel liegen liessen. Der Rest ist Geschichte und zwar eine gute, gefolgt von
viel Nebel, ab und an Wald und den längsten Extended-Versions jeglicher Musik,
die jemals geschrieben wurde.
Irgendwann während so eines Waldspaziergangs unter der Diskokugel kommt
fast immer der Moment, in dem man sich fragt, ob man doch besser schon vor
einer Stunde gegangen wäre. Ist man aber nicht, das hat seinen Grund. Selten
war es eine grössere Freude dabei zuzusehen, wie von konzentriert katatonisch
bis forever beseelt sämtliche Partituren auf der emotionalen Triola und dann
auch auf den Plattentellern gespielt werden. Schräg-schaurige Hymnen,
berückende Breitbandkino-Melodiebögen und unglaubliche musikalische
Untiefen - hat man wieder eine geschafft, muss man bleiben, um sich zu erholen.
Es ist das Wunder der Waffel - Widerstand zwecklos, Sie werden betört. Verstört.
Assimiliert auch. Im besten Sinne des Wortes angeeignet, einverleibt und
erobert. Dazwischen, dahinter und darüber Nebel, Nebel, Nebel und in den
Ohren Haare. Spätestens jedoch, wenn die beiden im hinteren Teil ihrer gern
auch mal acht, neun, zehn, elf, zwölf Stunden andauernden Sets ihr Faible für
Melodie und Borderline-Disco ausleben, dabei mit sich selbst oder kurzerhand
herbeihalluzinierten Säulen oder Wänden Engtanz betreiben (Wasn), die DJ-Pult-
Chrysanthemen den herausragendsten Tänzer*innen der Nacht zum Dank
überreichen (Wunderwaffel) und jeden verkackten Übergang mit einem Schnaps
runterspülen (beide), ist entweder alles zu spät oder alles zu spät.
Hat es eigentlich schon jemals jemand vor Ende eines W&W-Sets nach Hause
geschafft oder einfach nur raus aus dem Laden? Die Chancen stehen auf Sturm,
der ist ja auch gerade über einen hinweggefegt. Am Ende gibt es keins und die
Besatzung liegt wie ein Mann im/unter/neben dem mitgebrachten To-Go-Planschbecken auf dem Dancefloor. Oder im Aquarium. Oder im Solarium. Sehr
viel wahrscheinlicher aber sind wir schon da, auch wenn die Frisur verrutscht und
die Zeitansage ausgefallen ist. Macht aber nüscht.
Hauptsache, wir sind zusammen.
A.R. unter Zahnschmerzen im Juli 2018





